Killerampeln für Senioren

Es scheint, als wolle sich nicht nur die Stadt Essen des Problems der älter werdenden Bevölkerung auf sehr einfache Art und Weise entledigen. Ampelschaltungen, die gerade mal Hochleistungssportlern ein gefahrloses Überqueren von beampelten Überwegen erlauben, sind gefährlich und üben massiven Druck auf  Menschen auch mit altersüblicher Konstitution aus. Die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) weisen mystische Schutzzeiten für Fußgänger aus und gaukeln den Kommunen und Versicherern Rechtssicherheit vor.

Für einen betroffenen Fußgänger sieht es so aus, als sei er oder sie mitten in einem fragwürdigen Großversuch der Automobilindustrie gelandet. Werden auch Seniorinnen und Senioren auf ihrem Weg über eine Ampelfurt als unwissende und willkommene Versuchskaninchen missbraucht?

So genannte Experten, zum Beispiel von der Polizei, antworten dann,  dass Fußgängerinnen und Fußgänger einen Überweg gemäß RiLA gar nicht bei Grün schaffen müssen und sie auch dann geschützt sind, wenn die Ampel auf „Rot“ springt. Na prima – und dann?  Freundlich mit den wütend brüllenden und hupenden Autofahrern reden oder sich lieber gleich überfahren lassen? Die Argumentation von Polizei oder den einschlägigen Verkehrsausschüssen der Kommunen zu dieser Thematik sind in ihrer Konsequenz und aus welchen Gründen auch immer meist zynisch und menschenverachtend.

In einer älter werdenden Gesellschaft muss Rücksicht auf Seniorinnen und Senioren genommen werden. Entspannte Ampelschaltungen für Fußgänger gehören dazu.

rv

 

Harte Kante gegen Verschwender des Öffentlichen Raums

Vor lauter Fahrrädern finde ich mein Auto gar nicht mehr wieder!

So mutet es an, wenn die Stadt Essen zum Sturm gegen die Leihfahrradinvasion aus China, Indien und Dänemark bläst. Der öffentliche Raum wird von Hunderten, ja Tausenden Drahteseln in Beschlag genommen  – kein Durchkommen mehr vor lauter Speichen und Rahmen. Ein einziges Chaos.

Am Donnerstag, dem ersten Tag im Februar 2018, wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung der Stadt Essen dieser drohenden Verkehrsapokalypse annehmen.  Harte Kante gegen Verschwender des Öffentlichen Raums. Keine Gnade. Enteignung ohne Kompromisse. Wir werden zeigen wer hier Herr im Hause ist.

Verwirrte  Fahrradeigner und Aktivisten  aus längst vergangenen Zeiten ahnen, was dieser gleichmachende Leihfahrradsozialismus aus ihren romantischen Idealen machen wird.

Auch ich werde mir, dieser Verzweiflung gehorchend, ein zweites Auto leisten. Nur mit Hilfe solcher Fakten lässt sich dieser unverfrorenen Fahrradlandnahme etwas in den Weg stellen.

rv

Steril

Eine Betrachtung

Ein Gelände, auf dem malocht wurde, dessen Erde roch, als hätte kein widerborstiges Kraut hier jemals wieder ein Chance zu gedeihen. Es erstrahlt nun in steriler Nüchternheit, sicher reizvoll in seiner architektonischen Würde.

Doch dem hier zu schützende Erbe fehlt der Dreck und der Gestank der harten Arbeit, es ist kastriert um diese Dimension, will sie vergessen machen als Relikt aus längst vergangenen Tagen.

 

rv