Killerampeln für Senioren

Es scheint, als wolle sich nicht nur die Stadt Essen des Problems der älter werdenden Bevölkerung auf sehr einfache Art und Weise entledigen. Ampelschaltungen, die gerade mal Hochleistungssportlern ein gefahrloses Überqueren von beampelten Überwegen erlauben, sind gefährlich und üben massiven Druck auf  Menschen auch mit altersüblicher Konstitution aus. Die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) weisen mystische Schutzzeiten für Fußgänger aus und gaukeln den Kommunen und Versicherern Rechtssicherheit vor.

Für einen betroffenen Fußgänger sieht es so aus, als sei er oder sie mitten in einem fragwürdigen Großversuch der Automobilindustrie gelandet. Werden auch Seniorinnen und Senioren auf ihrem Weg über eine Ampelfurt als unwissende und willkommene Versuchskaninchen missbraucht?

So genannte Experten, zum Beispiel von der Polizei, antworten dann,  dass Fußgängerinnen und Fußgänger einen Überweg gemäß RiLA gar nicht bei Grün schaffen müssen und sie auch dann geschützt sind, wenn die Ampel auf „Rot“ springt. Na prima – und dann?  Freundlich mit den wütend brüllenden und hupenden Autofahrern reden oder sich lieber gleich überfahren lassen? Die Argumentation von Polizei oder den einschlägigen Verkehrsausschüssen der Kommunen zu dieser Thematik sind in ihrer Konsequenz und aus welchen Gründen auch immer meist zynisch und menschenverachtend.

In einer älter werdenden Gesellschaft muss Rücksicht auf Seniorinnen und Senioren genommen werden. Entspannte Ampelschaltungen für Fußgänger gehören dazu.

rv

 

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